Aus dem 400 Euro Job wird der 450 Euro Job

Wie der Bundestag neulich in namentlicher Abstimmung beschlossen hat, werden aus den 400-Euro-Jobs künftig 450-Euro-Jobs. Die Regierung freute sich über das Gelingen ihrer Reform – blieb dabei aber weitgehend alleine. Die Betroffenen dürften die Debatte wohl eher distanziert verfolgt haben – und auch die jetzt neugeschaffene Möglichkeit zur Rentenversicherung findet nur wenig positives Echo.

Kein Wunder – muss der Arbeitnehmer doch einen Teil seines Lohnes abführen, um nach gerechneten 45 Jahren in einem Minijob einen Anspruch von sage und schreibe knapp 207 Euro im Monat zu erwerben. Bei einer durchschnittlichen, jährlichen Inflation von 2 % entspricht dies einer Kaufkraft von etwa der Hälfte. Die Begeisterung hält sich dementsprechend in Grenzen und auch die Regierung geht davon aus, dass sich über 90 % von der Rentenbeteiligung befreien lassen werden.

Die Stimmung ist in den politischen Lagern auch weiterhin extrem gespalten.Während Politiker der Union und der Liberalen sich davon überzeugt zeigten, hier werde ein „Stück Gerechtigkeit“ geschaffen, empörte sich die Opposition über die „Katastrophe“ auf dem Arbeitsmarkt. Von den Jobbern selber kam ebenfalls ein zwiespältiges Echo – freute sich ein Teil über einen gewissen Mehrverdienst, hatte ein anderer nur ätzenden Spott über die Erhöhung übrig. Nicht ganz unverständlich, wenn man bedenkt, dass Politiker mit einem einzelnen Vortrag in wenigen Minuten mehr verdienen können als ein Angestellter auf 400-Euro-Basis in fünf Jahren – vorausgesetzt keiner der beiden wird in dieser Zeit krank oder fährt gar in den Urlaub. Allerdings haben auch nur wenige dieser Kräfte überhaupt das Glück, die gesamten 400 Euro monatlich verdienen zu können, denn der Schnitt bei einem Minijob liegt bei 220 Euro.