Mini-Job führt immer seltener zur Vollzeit-Beschäftigung

Hoffnung der meisten Arbeitnehmer war noch vor ein paar Jahren, dass bei Antritt einer 400-Euro-Stelle die Beschäftigung bald in eine ausgeweitete Vollzeit-Anstellung mündet. Dies ist aber offenbar immer seltener Realität.

Gerade im Gastrobereich setzt man auf 400-Euro-Beschäftigungen. Doch die meisten Angestellten arbeiten wie eine Vollzeit-Kraft. Wie Peter Mogga, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Aachen, berichtete, sei es in der Gastro-Branche für Beschäftigte immer schwerer, einen Vollzeitjob zu bekommen.

Allein in seiner Region habe sich die Zahl der geringfügig Beschäftigten in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Die Teilzeitarbeit befindet sich auf einem Allzeithoch. Offenbar setzt die Gastro-Branche bewusst auf Patchwork-Belegschaften mit Mini-Verträgen, so Mogga weiter.

Hohe Sozialabgaben würden dadurch eingespart werden, tarifliche Leistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld entfielen für die Arbeitgeber. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) reiche die aufkommende Arbeit gerade in Restaurantbetrieben nicht für eine Vollzeitbeschäftigung. Hinzu kommt, dass die 400-Job-Angestellten oftmals als Springer eingesetzt würden.

Zuletzt hatte Ursula von der Leyen (CDU) diese Praktiken deutscher Arbeitgeber stark kritisiert. So nannte die Arbeitsministerin die Abruf-Arbeit „eine perfide Praxis“ im Interview mit dem stern. Dass beispielsweise Verkäufer am Anfang eines Monats nicht wissen, wieviel sie arbeiten werden, ist in Deutschland mittlerweile gängige Praxis. Gerade die 400-Euro-Kräfte werden extrem flexibel eingesetzt.