Wirtschaftsaufschwung: Immer mehr Minijobs in Deutschland

Die Zahl der Minijobber in der Bundesrepublik Deutschland hat mit dem Wirtschaftsaufschwung ein Rekordhoch erreicht. Die Bundesagentur für Arbeit gab bekannt, dass zur Jahresmitte 2011 7,387 Millionen Menschen geringfügig in einem 400-Euro Job beschäftigt waren.

Die Nachrichtenagentur Reuters hat nach den ihr vorliegenden Statistiken festgestellt, dass das 112.500 Menschen mehr waren als ein Jahr davor. Damit wurde bei den Minijobs der höchste Stand seit ihrer Reform im Jahre 2003 erreicht.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB)kritisierte, dass die Minijobs kein Weg zu einer regulären Beschäftigung seien, sondern in eine Sackgasse führen.

Immer mehr Menschen brauchen einen Zuverdienst zu ihrem regulären Job. Die Bundesanstalt für Arbeit betonte, dass diese Erscheinung ein längerfristiges Phänomen ist und sich nicht an Konjunkturzyklen bindet. Daher ist es Zufall, dass die hohe Zahl der Minijobs zeitgleich mit dem Wirtschaftsboom auftritt.

Kurz nach der Reform 2003 stieg der Zahl derer, die ausschließlich im Minijob arbeiten deutlich an, blieb aber dann relativ konstant. Die Zahl der im Nebenjob geringfügig Beschäftigten wächst aber beständig weiter. Sie legte innerhalb eines Jahres um 135.000 zu, stellte die Bundesagentur weiter fest.

Frauen sind dabei am meisten im Minijobbereich tätig: Mit einem Anteil von 63 Prozent sind sie fast zwei Drittel der Beschäftigten.